Socialismo es efficiencia!
- Sozialismus ist Wirtschaftlichkeit! - konnte der Reisende 1999
noch vielerorts lesen in Cuba, während es bei gut zwei Dutzend Zuckerfabriken des Landes
nach wie vor kräftig dampfte auf den Schienen. Offenbar nahm
man sich den Wahlspruch wirklich zu Herzen, als ein Grossteil dieser
Zuckerfabriken in der Folge stillgelegt wurde,
denn
selbst Fidels Ökonomen mussten einsehen, dass es wenig Sinn macht,
in jeder Ecke der Insel Rohrzucker zu produzieren,
wenn allein schon dessen
Produktionskosten über dem Weltmarktpreis liegen..
Die Vielfalt an Fahrzeugtypen
und das Alter der Lokomotiven bei den "Centrales
des Azucar"
war aber beeindruckend. Die grössten Lokomotiven
waren beim "Complejo Agroindustrial Ifrain
Alfonso" anzutreffen. Als die Lok 1850 im April 1999
mit Volldampf den Verladepunkt Pozo verliess, war
offensichtlich sogar der Gaul im Vordergrund erschreckt -
obschon er dieses Schauspiel vermutlich mehrmals täglich beobachten
konnte!
Der Name "Dona
Bella" (Schöne Frau), welcher die Mannschaft auf den
Tender der Lok gepinselt hatte, bezog sich wohl weniger auf das Äussere
der Maschine als vielmehr auf ihre Bauart und ihr Design.
Die 1935 von Baldwin gebaute '1D1' gehörte zu den grössten und leistungsfähigsten
Dampflokomotiven auf Kubanischen Gleisen überhaupt. Die Zuckerrohrbahnen hatten oft ausgedehnte Gleisnetze,
die zu zahlreichen Ladepunkten an den Plantagen führten. Die
Strecken des CAI Ifrain Alfonso führte dabei als Spezialität
sogar ein paar Kilometer über
eine Staatsbahnstrecke, um dann auf
offener Strecke wieder von dieser abzuzweigen. Die
Sicherheitseinrichtung bestand aus 'portablen' Streckentelefon,
mit dem bei der nächsten Station freie Fahrt angefordert werden
konnte.
Mehr über Dampflokomotiven in
Cuba finden Sie hier unter "Steam
in Paradise".