"Die Ostbahn,
det is meine stille Liebe, ick bin uff die Ostbahn jross
jeworden, ick jehöre zu ihr wie die Blumenfrau uff den
Potsdamer Platz. Un wen ick mal pensioniert bin, denn bau ick
mir'ne Jartenlaube raus nach Hoppegarten, von wo ick uff die
Strecke kiecken kann".
Grunewald,
"Bekenntnisse eines Eisenbahnnarren", Karl-Ernst
Maedel.
Lange schon sind die direkten
Züge nach Königsberg und
Insterburg Vergangenheit,
die Maedel in seinem obengenannten
Buch beschreibt, ebenso wie die Grunewalder S101
und 03, welche damals mit Schnell- und Eilzügen durch die Mark Brandenburg und Pommern
rauschten.
Durch die Grenzziehung und die
politischen Realitäten nach dem Krieg fiel die
Ostbahn praktisch in die Bedeutungslosigkeit. Dass die legendären Bahnstrecke für so lange Zeit
so gut wie unverändert
blieb, ist aber vor allem dieser Tatsache zuzuschreiben.
Doppeltelegrafenmasten beidseits der Strecke,
Blockstellen, Preussische Backsteinarchitektur, Stellwerke und Flügelsignale auf
jedem Unterwegsbahnhof - all dies war noch Mitte neunziger
Jahren auf der alten Ostbahn zwischen Kostrzyn und Kryz zu
erleben.
Im März 1996, als die obige
Aufnahme entstand, war die Ostbahn bereits abschnittweise ihrer
Telegrafenmasten beraubt worden. Vielerorts, wie
hier bei Stare Kurowo (Altkarbe) stimmte das Umfeld aber noch
immer. Was wäre, wenn man nochmals "Dampf" auf die
Ostbahn bringen könnte, fragten engagierte Eisenbahnfreunde und
liessen ein ambitiöses Programm entstehen. Für ein paar wenige
Tage sollten nochmals Dampflokomotiven die Planzüge auf dieser
legendären Strecke befördern.
Am 23.März 1996 beschleunigte
Ty 2-406
am ihren Personenzug Kryz - Gorzow -
Kostrzyn (Kreuz - Landsberg/Warthe - Küstrin) aus Stare Kurowo.
Mehr dazu hier unter Ostbahn.