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Altvater I |
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Wenn man von Olmütz her über die Sponrnhauer Wasserscheide und die einstige Kronlandgrenze ins Schlesische Land niedergleitet, bietet sich uns der ansteigende Wald des Hochscharstockes in demütig-stolzer Begrüssung, weich, unendlich gebreitet wie ein freundliches, grünes Meer. Undendlich dehnen sich die Wälder. (Im Altvatergebirge, Robert Hohlbaum, 1886-1955) Schöner als Robert Hohlbaum kann man den Blick von den Höhen des Atlvatergebirges hinunter in die Täler von Nordmähren kaum beschreiben. Wer mit der Bahn von Šumperk (Mährisch Schönberg) über Hanusovice, Branná und Ostruzna dem flüsschen Morava (March) folgt, den Ramsauer Sattel erklimmt und dann beim anschliessenden Abstieg nach Jesenik (Freiwaldau) hinunter einen ersten Blick auf die Täler werfen kann, die hier sanft zum Schlesischen Tiefland hin abfallen, wird wohl ähnlich empfinden wie dieser Schriftsteller. Noch immer prägen dunkle, ausgedehnte und ursprüngliche Wälder die Höhenzüge des Altvatergebirges, und selbst die Ortsbilder haben sich seit den Zeiten Hohlbaums oft nur wenig verändert.
Etwa die unverwüstlichen, gut fünfzigjährigen "Motory Vuz" (Triebwagen) der Reihe 831, oder die Bardotka's - grosse Dieselloks von CKD in Prag aus den Sechtziger Jahren, gebaut in der Zeit vor dem 'Prager Frühling', als man an einen Sozialismus mit 'menschlichem Antlitz' und an die Überlegenheit des Systems glaubte. Tatsächlich hätten die Tschechischen Maschinenfabriken damals durchaus mit anderen Firmen auf dem Weltmarkt konkurrenzieren können, aber es kam anders: Statt für den Weltmarkt wurden vor allem Fahrzeuge für den 'grossen Bruder' im Osten und die sozialistischen Nachbarländer gebaut.
Wander- und Naturfreunde werden im Altvatergebirge ebenso auf ihre Kosten kommen wie Freunde von Gebirgsbahnstrecken. Dies obschon der 'Schlesische Semmering', wie die CD-Kursbuchstrecke 292 auch genannt wird, bei weitem nicht so spekakulär ist wie der 'richtige' Semmering in Österreich. Dafür bietet die Strecke im Altvatergebirge aber jene Art von Eisenbahnromantik, die man heute nur nur noch abseits der grossen Magistralen finden kann, ebenso jede Menge herrlicher Motive. Die 292 ist eigentlich keine Nebenbahn, obgleich sie ursprünglich als solche gebaut und trassiert wurde. Schnell- und Eilzüge, ferner ein vergleichsweise reger Güterverkehr und etliche dazwischen verkehrende Osobni Vlaki (Personenzüge) lassen kaum Langeweile aufkommen und bieten eine interessante Palette an Fahrzeugen. Manchen Sie sich eine kleine virtuelle Reise durchs Altvatergebirge!
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